Fachforum II.II.2
Strategische Vorsorge im Gesundheitswesen – Wie sich Krankenhäuser auf neue Krisen- und Bedrohungslagen vorbereiten müssen
Fachforum II.II.2
Strategische Vorsorge im Gesundheitswesen – Wie sich Krankenhäuser auf neue Krisen- und Bedrohungslagen vorbereiten müssen
Krankenhäuser gehören zur kritischen Infrastruktur und müssen ihre medizinische Versorgung auch unter außergewöhnlichen Bedingungen aufrechterhalten. Die geopolitische Lage in Europa, hybride Bedrohungen, mögliche Ausfälle kritischer Infrastrukturen und fragile Lieferketten verändern dabei die Anforderungen an die Krisenvorsorge. Neben klassischen Katastrophenlagen müssen sich Kliniken zunehmend auch mit Szenarien auseinandersetzen, in denen mehrere Belastungen gleichzeitig auftreten und gewohnte Versorgungs- und Beschaffungsstrukturen nicht mehr zuverlässig funktionieren.
Damit rücken Fragen in den Mittelpunkt, die unmittelbar Einkauf und Logistik betreffen: Welche Medizinprodukte, Arzneimittel und weiteren Versorgungsgüter müssen für Krisensituationen vorgehalten werden? Welche Lager- und Reservekapazitäten sind erforderlich? Wie lassen sich alternative Lieferwege und Versorgungsstrukturen vorbereiten? Und welche Vorkehrungen sind notwendig, wenn Energieversorgung, Kommunikation, IT oder Transportwege zeitweise ausfallen?
Zugleich kann strategische Vorsorge nicht allein Aufgabe einzelner Krankenhäuser sein. Rahmenplanungen für die zivile Verteidigung, wie sie beispielsweise für die Berliner Krankenhäuser entwickelt werden, zeigen die Notwendigkeit einer abgestimmten Vorbereitung auf außergewöhnliche Krisen- und Versorgungslagen. Entscheidend ist dabei das Zusammenspiel zwischen Krankenhäusern, staatlichen Stellen, Sicherheitsbehörden, Bundeswehr, Rettungs- und Katastrophenschutzstrukturen sowie Herstellern und Lieferanten. Zuständigkeiten, Kommunikationswege und verfügbare Ressourcen müssen möglichst vor Eintritt einer Krise geklärt sein.
Das Fachforum bringt diese unterschiedlichen Perspektiven zusammen und diskutiert, welche organisatorischen, logistischen und rechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden müssen, damit Krankenhäuser auch unter erheblichen Belastungen handlungsfähig bleiben und die medizinische Versorgung aufrechterhalten können.
Folgende Fragen sollen unter anderem thematisiert werden:
- Auf welche neuen Krisen- und Bedrohungsszenarien müssen sich Krankenhäuser vorbereiten und welche konkreten Anforderungen ergeben sich daraus für Beschaffung, Logistik und Bevorratung?
- Welche Vorkehrungen und Strukturen sind notwendig, um die medizinische Versorgung auch bei Lieferengpässen oder Ausfällen kritischer Infrastrukturen aufrechterhalten zu können?
- Wie müssen Krankenhäuser, staatliche Stellen, Sicherheitsbehörden, Bundeswehr, Katastrophenschutz und Industrie zusammenarbeiten, damit Vorsorgeplanung und Krisenkoordination im Ernstfall funktionieren?